
Das Saxophonquartett „Auswege“ stellt einen radikalen Bruch zu den Prinzipien der sogenannten Neuen Musik dar.
Dennoch stellt es keinen Rückgriff auf die Tradition dar, sondern beruft sich zurück auf die einfachsten Elemente, Tonalität (reine Intervalle), einfache Rhytmik (klarer Takt, gleichmäßige Pulsation), gestische und formale Präzision.
So teilt sich das Stück in fünf Sätze, wobei der erste auch alleine aufgeführt werden kann:
1. Allegretto
2. Andante
3. Lento (Tombeau de Johannes Fritsch)
4. Andante (Fortsetzung von 2.)
5. Moderato – Allegro
Durch thematische Verbindungen wird allerdings die Individualität der Sätze verwischt.
Hauptaugenmerk der kompositorischen Arbeit ist die Harmonik. Die Verwendung der reinen Spektren (ober- und untertönig) wird ergänzt durch eine symmetrische Anordnung von einfachen Intervallen um einen Zentralton im mittleren Register, Umdeutungen (vor allem um den 7. Naturton) und Vorhaltsbildungen ermöglichen harmonische Spannungen.
Dazu tritt – vor allem im 2. Satz eine “Verschmutzung“ der Harmonien durch meist vierteltönige Umspielung hinzu. Auch spielen Multiphonics als Hörbarmachung des Obertonspektrums eines Instruments eine geheimnisvolle Rolle..
Ein Spiel mit diesen Mitteln ist im Wesentlichen für die Dramaturgie des gesamten Stücks verantwortlich.
Es ist inspiriert vom großartigen Klang des Signum Saxophonquartetts und ist jenen auch gewidmet.
Die Spieldauer beträgt etwa 35 Minuten. (mehr info)

Die Inspirationen für diese Stück stammen von Salvador Dalí. „Forgotten Horizons“ ist ein frühes Bild des Künstlers aus 1936, daher stammt der Titel. Außerdem fasziniert mich Dalís Auffassung, dass Zeit nur in Verbindung mit Raum existiert. Das ist die Basis meiner Komposition.
Während der ersten 5 Takte entstehen zwei Räume oder Dimensionen.
Die ersten 3,5 Takte bilden den schnellen, actionreichen, bewegten mehrdimensionalen Raum. Die letzten 1,5 Takte brechen diese Energie mit einem liegenden Ton in pp und mit einem Format. Ein unspürbarer Zeitraum entsteht.
Ich stelle mir diese ersten fünf Takte wie ein bewegtes Bild vor, das sich im Laufe des Stücks weiterentwickelt, das sich verändert – denn der mehrdimensionale Raum und der unspürbare Zeitraum bewegen sich fluidisch neben- und miteinander, sich immer wieder kreuzend und verbindend. Obwohl beide Elemente extrem gegensätzlich sind und eine klare Identität haben, bilden sie eine Einheit, man spürt keine Einsätze, die beim Spielen vergehende Zeit hat keine definierten Begrenzungen.
Im Laufe des Stücks werden alle Stimmen höher bis sie die Höhenlage erreichen. Danach verwende ich unterschiedliche Spieleffekte (wie z.B. ohne Mundstück, Zahnton, tonguedrum, mit Klappengeräusch etc.) um die hohe, laute Energie zurückzunehmen – damit sie schließlich am Höhepunkt des Stücks, mit Multiphonics aller vier Saxophone, wieder explodieren kann.
Bei der Explosion (bis fff ) öffnet sich klanglich eine grenzenlose Weite.
Danach folgt Stille. Mit kleinen Punkten aus kurzen, leisen Tönen. Dieser Kontrast lässt den mehrdimensionalen Raum und den unspürbaren Zeitraum verschmelzen.
Jetzt, so stelle ich mir vor, ist die Zeit verschwunden.

Imaginäre Umgrenzungen aufsteigender Höhe und deren sukzessive Überwindung ist die der Komposition “Fences” zugrunde liegende Idee. Nach in sich rotierenden Akkorden in enger Lage zu Beginn, erweitert sich nach und nach der Umfang, mehr und mehr – auch klanglich – werden die instrumentalen Grenzen ausgelotet und das musikalische Geschehen wird zunehmend dynamischer.
Am Punkt der höchsten Expansion kollabiert die Musik und wird schließlich auf ein verzerrtes Unisono in der Mitte des Tonraums zusammen gestaucht, das sich langsam in Geräusche auflöst. Plötzlich ist die letzte Hürde überwunden und unvermittelt öffnen sich nun alle Tore zu einem schrankenlosen Universum ruhig fließender Klänge: zeitlos und geheimnisvoll… (mehr info)